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Der Großteil einer Bachelorarbeit steht im Präsens. Abgeschlossene Forschungsschritte, Auswertungen und eigene Ergebnisse verlangen dagegen meist das Präteritum oder das Perfekt. Eine für die gesamte Arbeit gültige Zeitform existiert also nicht, und daraus entsteht bei vielen Studierenden Verwirrung. Wem der ständige Wechsel zwischen den Zeitformen zu viel wird, kann die Bachelorarbeit schreiben lassen und die Feinheiten des Tempusgebrauchs erfahrenen Autoren überlassen.

Methodik und Praxisteil werden häufig im Präteritum verfasst, da es sich dabei um bereits abgeschlossene Handlungen handelt. Abstract, Einleitung und Fazit bleiben in der Gegenwart, weil sie aktuelle Formulierungen, Ziel und Forschungsfragen enthalten. Futur I benötigen Sie nur für einen echten Ausblick. Da die Hinweise je nach Hochschule abweichen, sollten Sie am Ende den eigenen Leitfaden prüfen.

Dieser Artikel richtet sich an Studierende, die gerade ihre Bachelorarbeit schreiben und an einer Stelle ins Stocken geraten: Sie wissen nicht, wann sie von der Gegenwart in die Vergangenheit wechseln dürfen. Sie erfahren, welche richtige Zeitform in welches Kapitel passt, warum die Verwendung vom Inhalt des einzelnen Satzes abhängt und wie Sie typische Unklarheiten vermeiden.

Kurz erklärt

Eine Bachelorarbeit schreiben Sie überwiegend im Präsens. Abgeschlossene Forschungsschritte und Ergebnisse stehen meist im Präteritum oder Perfekt. Entscheidend ist dabei nicht nur das Kapitel, sondern die Funktion der jeweiligen Aussage. Eine konsistente Zeitform sorgt für Klarheit und erhöht die Verständlichkeit Ihres Textes.

Bachelorarbeit welche Zeitform – der schnelle Überblick

Die folgende Merkhilfe beantwortet die Frage, welche Zeitform in der Bachelorarbeit für jedes Kapitel verwendet werden sollte. Sie ist hilfreich für alle, die im Bachelor zum ersten Mal eine längere wissenschaftliche Arbeit verfassen. Die Struktur zeigt, welches Tempus normalerweise dominiert und wann eine Abweichung sinnvoll ist.

Kapitel Hauptsächliche Zeitform Wann andere Zeitformen sinnvoll sind
Abstract Präsens Präteritum oder Perfekt für Methode und abgeschlossene Handlungen
Einleitung Präsens Perfekt oder Präteritum für Vorgeschichte und frühere Forschung
Theorieteil Präsens Vergangenheit für historische Ereignisse
Literaturübersicht Präsens, Präteritum, Perfekt Je nachdem, ob eine geltende Aussage oder eine durchgeführte Untersuchung beschrieben wird
Methodik überwiegend Präteritum Präsens für die Definition der Methode und die Beschreibung des Designs
Ergebnisteil überwiegend Präteritum Präsens für die aktuelle Deutung einer Tabelle oder einen feststehenden Befund
Diskussion Präsens und Vergangenheitsformen Präsens für die Interpretation, Vergangenheit für den Rückgriff auf die Ergebnisse
Fazit überwiegend Präsens Perfekt oder Präteritum für den rückblickenden Überblick
Ausblick Präsens, Futur I oder Konjunktiv II Futur I nur selten und nur begründet

Die Tabelle dient als grobe Orientierung und nicht als starre Formel. Auch innerhalb eines Kapitels dürfen mehrere Zeitformen verwendet werden, wenn sich der zeitliche oder inhaltliche Kontext ändert. Im selben Absatz kann eine Handlung im Präteritum stehen, während das Resultat anschließend im Präsens gedeutet wird.

Übersicht der richtigen Zeitform für jedes Kapitel der Bachelorarbeit

Welche Zeitformen kommen in der Bachelorarbeit tatsächlich vor?

Den größten Teil Ihres Textes machen drei Zeitformen aus, die um eine vierte für Sonderfälle ergänzt werden.

Präsens als Standardzeitform der Bachelorarbeit

Das Präsens ist die Standardzeitform für allgemeine Aussagen und damit das Rückgrat Ihrer gesamten Abschlussarbeit. Es passt immer dann, wenn eine Aussage über den Moment des Schreibens hinaus gültig bleibt. Die Schreibwerkstatt der Universität Duisburg-Essen bezeichnet das Präsens ausdrücklich als „Grundtempus wissenschaftlicher Texte“.

Konkret steht im Präsens:

  • allgemein anerkanntes und weiterhin gültiges Wissen;
  • Definitionen;
  • Theorie und theoretische Modelle;
  • die Beschreibung des Aufbaus Ihrer Arbeit;
  • die Zielsetzung und die Forschungsfrage;
  • Verweise auf Tabellen, Abbildungen und Kapitel;
  • die Deutung Ihrer Ergebnisse;
  • abschließende Schlussfolgerungen.

Beispiele:

  • „Die Theorie unterscheidet zwischen zwei Formen der Motivation.“
  • „Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Homeoffice.“
  • „Abbildung 2 zeigt die Verteilung der Antworten.“
  • „Die Ergebnisse bestätigen die Annahme.“

Wenn Sie etwas formulieren, das jetzt und dauerhaft zutrifft, greift die Gegenwart.

Präteritum für abgeschlossene Handlungen und Untersuchungen

Anders liegt der Fall, wenn die Handlung vor dem Schreiben stattgefunden hat und bereits beendet ist. Dann passt das Präteritum.

Typische Situationen:

  • Interviews wurden geführt;
  • eine Stichprobe wurde gezogen;
  • Daten wurden ausgewertet;
  • die Forschung eines anderen Autors fand in der Vergangenheit statt;
  • ein historisches Ereignis geschah in einem bestimmten Zeitraum;
  • bestimmte Ergebnisse wurden erzielt.

Beispiele:

  • „An der Befragung nahmen 120 Studierende teil.“
  • „Die Interviews wurden im Mai durchgeführt.“
  • „Die Analyse ergab drei zentrale Kategorien.“
  • „Müller untersuchte 2022 die Motivation von Beschäftigten.“

Das Präteritum wird besonders häufig in der Methodik und im Ergebnisteil verwendet. Trotzdem muss nicht jeder Satz in diesen Kapiteln die Vergangenheit beschreiben. Eine Methodendefinition oder die aktuelle Deutung eines Befunds darf weiterhin im Präsens stehen.

Perfekt in der Bachelorarbeit sparsam einsetzen

Das Perfekt beschreibt ebenfalls eine abgeschlossene Handlung, betont jedoch die Verbindung eines vergangenen Resultats mit der Gegenwart. Es eignet sich gut für einen kurzen Rückblick auf frühere Studien oder den Rückgriff im Fazit. Oft wirkt es weniger streng als das Präteritum. Sie sollten jedoch ein ständiges Wechseln zwischen Perfekt und Präteritum vermeiden.

Beispiele:

  • „Frühere Studien haben gezeigt, dass …“
  • „Die Untersuchung hat drei zentrale Faktoren identifiziert.“
  • „Die Analyse hat bestätigt, dass …“

Bleiben Sie innerhalb eines zusammenhängenden Abschnitts bei einer Hauptvergangenheitsform, solange der Sinn keinen Wechsel erzwingt.

Futur I nur für Ausblick und Prognosen

Das Futur I wird nur selten benötigt. Es ist sinnvoll, wenn Sie über tatsächlich zukünftige Ereignisse sprechen. Für die reine Beschreibung des Aufbaus ist es dagegen nicht geeignet. In diesem Fall klingen Präsens, Konjunktiv II oder eine modale Konstruktion runder.

Beispiele:

  • „Zukünftige Studien werden größere Stichproben berücksichtigen müssen.“
  • „Weitere Untersuchungen werden diesen Zusammenhang genauer prüfen.“
  • „Die Verbreitung hybrider Arbeitsmodelle wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen.“

Verwechslungsgefahr besteht bei Formen mit „wird”. Im Beispiel „Die Verbreitung hybrider Arbeitsmodelle wird weiter zunehmen” liegt echtes Futur I vor, weil auf „wird” ein Infinitiv folgt („zunehmen”). Steht nach „wird” dagegen ein Partizip II, handelt es sich um ein Passiv im Präsens und nicht um Futur.

Warum der Kapitelinhalt über die Zeitform entscheidet

Die Überschrift eines Kapitels gibt nur eine Richtung vor. Wichtiger ist die konkrete Tätigkeit im einzelnen Satz. Die Leitfrage lautet nicht „In welchem Kapitel bin ich?“, sondern „Was tue ich in diesem Satz gerade?“. Dabei gibt es fünf Grundfunktionen:

  1. Sie formulieren geltendes Wissen.
  2. Sie beschreiben eine abgeschlossene Handlung.
  3. Sie verweisen auf eine früher durchgeführte Untersuchung.
  4. Sie deuten ein aktuelles Ergebnis.
  5. Sie prognostizieren eine weitere Entwicklung.

Wie stark der Inhalt die Zeitform in der Bachelorarbeit bestimmt, zeigt die Methodik:

  • „Das leitfadengestützte Interview ist eine qualitative Forschungsmethode.“ – Präsens, weil Sie eine Definition geben.
  • „Für die Untersuchung wurden zwölf Interviews durchgeführt.“ – Präteritum, weil Sie einen abgeschlossenen Schritt schildern.

Beide Sätze stehen im selben Kapitel und unterscheiden sich trotzdem im Tempus. Genauso verhält es sich im Ergebnisteil:

  • „Die Befragten nannten drei zentrale Gründe.“ – Präteritum, weil Sie ein erzieltes Resultat berichten.
  • „Tabelle 3 zeigt die Verteilung der Antworten.“ – Präsens, weil die Tabelle jetzt vorliegt.

Die weitverbreitete Regel, dass ein Kapitel komplett in einer einzigen Zeit stehen müsse, beschreibt bestenfalls eine Tendenz. Ihre strikte Anwendung führt zu inhaltlich falschen Sätzen, beispielsweise zu einer Definition in der Vergangenheit oder zu einer erledigten Datenerhebung in der Gegenwart. Prüfen Sie deshalb bei jedem Satz, welche der fünf Funktionen er erfüllt.

Auswahl der Zeitform in der Bachelorarbeit nach der Funktion einer Aussage

Zeitform im Abstract der Bachelorarbeit

Das Abstract verfassen Sie überwiegend im Präsens, weil es Ihre Arbeit als Ganzes zusammenfasst und in der Gegenwart bleibt. Trotzdem taucht auf engem Raum ein Zeitwechsel auf, weil Sie zugleich über ein bereits erledigtes Vorgehen berichten.

Funktion im Abstract Passende Zeitform
Thema der Arbeit Präsens
Ziel Präsens
Forschungsfrage Präsens
zentraler Befund meist Präsens
durchgeführter methodischer Schritt Präteritum oder Perfekt
historisches Ereignis passende Vergangenheitsform

In der Praxis liest sich das folgendermaßen:

  • „Die Arbeit untersucht den Einfluss sozialer Medien auf die Kaufabsicht.“
  • „Für die Untersuchung wurden 150 Personen befragt.“
  • „Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Zusammenhang.“

Innerhalb weniger Sätze verschiebt sich die Zeit von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück: Erst wird das Ziel im Präsens beschrieben, dann wird die durchgeführte Untersuchung im Präteritum dargestellt und schließlich wird der aktuelle Befund wieder im Präsens präsentiert. Das zufällige Springen zwischen den Zeiten ohne erkennbaren Grund gehört dagegen zu den Dingen, die ein gutes Abstract vermeidet.

Zeitform in der Einleitung der Bachelorarbeit

In der Einleitung wird hauptsächlich das Präsens verwendet. Sie führen die Lesenden an ein aktuelles Thema heran, umreißen das Problem und benennen Ihr Vorhaben – all das gilt im Moment des Lesens.

Im Präsens formulieren Sie unter anderem:

  • die Aktualität des Themas;
  • den Untersuchungsgegenstand;
  • die Problemstellung;
  • das Ziel;
  • die Forschungsfrage;
  • den Aufbau der Arbeit;
  • den gegenwärtigen Stand des Problems.

Beispiele:

  • „Homeoffice verändert die Arbeitsorganisation vieler Unternehmen.“
  • „Die Arbeit verfolgt das Ziel, …“
  • „Daraus ergibt sich folgende Forschungsfrage: …“
  • „Das zweite Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen.“

Vergangenheitsformen in der Einleitung gezielt einsetzen

Ganz ohne Vergangenheit kommt die Einleitung nicht aus. Sie benötigen das Perfekt oder das Präteritum, wenn der Blick zurückgeht, etwa bei:

  • einer historischen Entwicklung;
  • einem früher verabschiedeten Gesetz;
  • eingetretenen Veränderungen;
  • einer abgeschlossenen Untersuchung;
  • der Entstehung des heutigen Problems.

Beispiele:

  • „Die Nutzung digitaler Lernplattformen hat seit 2020 deutlich zugenommen.“
  • „Müller untersuchte bereits 2019 die Akzeptanz der Technologie.“

Das erste Beispiel nutzt das Perfekt bewusst, weil eine vergangene Entwicklung bis in die Gegenwart hineinwirkt. Trotz dieser Rückblicke bleibt der Hauptteil im Präsens.

Zeitform im Theorieteil der Bachelorarbeit

Ein verbreiteter Irrtum besagt, der Theorieteil stehe komplett in einer einzigen Zeit. Tatsächlich mischen sich zwei Ebenen: geltendes Wissen auf der einen Seite, die Entstehungsgeschichte einer Theorie auf der anderen.

Das Präsens setzen Sie ein für:

  • Definitionen;
  • Theorien;
  • Modelle;
  • anerkannte wissenschaftliche Zusammenhänge;
  • die inhaltliche Analyse eines Werks oder Dokuments;
  • Aussagen, die ihre wissenschaftliche Aktualität behalten.

Beispiele:

  • „Motivation bezeichnet die Bereitschaft, ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.“
  • „Das Modell unterscheidet zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.“

Das Präteritum oder das Perfekt nutzen Sie beim historischen Hintergrund, etwa bei:

  • der Entstehung einer Theorie;
  • einem konkreten Experiment;
  • der Forschung eines bestimmten Autors;
  • einem abgeschlossenen wissenschaftlichen Projekt;
  • Veränderungen in der Entwicklung eines Konzepts.

Beispiele:

  • „Deci und Ryan entwickelten die Selbstbestimmungstheorie.“
  • „Frühere Studien haben einen positiven Zusammenhang festgestellt.“

Was eine Theorie inhaltlich aussagt, formulieren Sie in der Gegenwart. Die Frage, wann und von wem sie aufgestellt wurde, beantworten Sie dagegen in der Vergangenheit.

Zeitform in der Literaturübersicht der Bachelorarbeit

Kaum ein Kapitel erfordert so häufig einen bewussten Wechsel zwischen Zeitformen wie die Literaturübersicht. Der Grund dafür ist ihre doppelte Aufgabe: Einerseits berichten Sie, was andere untersucht haben, und andererseits geben Sie wieder, was weiterhin gilt.

Präsens für weiterhin gültige Aussagen

Das Präsens greift, wenn eine Aussage über den Zeitpunkt der Studie hinaus Bestand hat, also wenn:

  • ein Autor etwas behauptet oder definiert;
  • eine Theorie weiterhin aktuell ist;
  • ein Ergebnis als geltender Bestandteil des Forschungsstands gilt;
  • Sie den Inhalt einer Publikation beschreiben.

Beispiele:

  • „Schmidt definiert Arbeitszufriedenheit als …“
  • „Die Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen …“

Perfekt oder Präteritum für frühere Studien

Wenn die durchgeführte Forschungshandlung im Vordergrund steht, wechseln Sie in die Vergangenheit. Präteritum und Perfekt passen, wenn Sie zeigen:

  • wer wann eine Untersuchung durchführte;
  • welche Stichprobe verwendet wurde;
  • wie die Daten erhoben wurden;
  • was auf einer bestimmten Forschungsstufe festgestellt wurde.

Beispiele:

  • „Schmidt befragte 2021 insgesamt 300 Beschäftigte.“
  • „Mehrere Studien haben einen Zusammenhang nachgewiesen.“

Ein Satzpaar verdeutlicht die Kombination:

„Schmidt untersuchte 2021 insgesamt 300 Beschäftigte. Die Studie zeigt, dass flexible Arbeitszeiten die Zufriedenheit erhöhen.“

Der erste Satz beschreibt eine abgeschlossene Untersuchung, der zweite einen weiterhin gültigen Befund. Diese Verbindung aus Rückblick und geltender Aussage macht eine gute Literaturübersicht aus.

Zeitform im Methodikteil der Bachelorarbeit

Abgeschlossene Forschungshandlungen beschreiben Sie im Methodenteil überwiegend im Präteritum. Definitionen und die allgemeine Charakterisierung Ihrer Methoden stehen dagegen im Präsens. In kaum einem Kapitel liegen die beiden Ebenen so dicht beieinander.

Präsens für Forschungsdesign und Methodenbeschreibung

Bei der Erklärung, was eine Methode ist und wie sie funktioniert, bleiben Sie in der Gegenwart. Das gilt für die Darstellung:

  • was der Einsatz einer Methode leistet;
  • für welche Aufgaben sie sich eignet;
  • wie das Forschungsdesign aufgebaut ist;
  • welche Variablen oder Kategorien ein Modell umfasst;
  • was eine verwendete Skala misst.

Beispiele:

  • „Das qualitative Interview ermöglicht die Erfassung subjektiver Erfahrungen.“
  • „Der Fragebogen besteht aus drei Abschnitten.“
  • „Die Skala misst die wahrgenommene Arbeitszufriedenheit.“

Präteritum für durchgeführte Arbeitsschritte

Beim eigenen Ablauf wechseln Sie ins Präteritum, denn diese Schritte liegen zum Zeitpunkt des Schreibens hinter Ihnen:

  • die Auswahl der Teilnehmenden;
  • der Versand der Fragebögen;
  • die Durchführung der Interviews;
  • die Datenerhebung;
  • das Transkribieren;
  • das Kodieren;
  • die statistische Auswertung;
  • der Ausschluss unvollständiger Antworten.

Beispiele:

  • „Die Teilnehmenden wurden per E-Mail kontaktiert.“
  • „Die Interviews fanden zwischen März und April statt.“
  • „Anschließend wurden die Daten mit SPSS ausgewertet.“

Wenn Sie Beschreibung (Gegenwart) und Durchführung (Vergangenheit) trennen, stimmt Ihr Methodenteil auch sprachlich.

Ergebnisteil der Bachelorarbeit: Zeitform

Die Ergebnisteil-Bachelorarbeit-Zeitform ist klar bestimmbar: Eigene, abgeschlossene Beobachtungen und Ergebnisse schildern Sie im Präteritum. Das Perfekt ist möglich, sollte aber maßvoll bleiben. Verwenden Sie für Verweise auf Tabellen, Grafiken und aktuell formulierte Befunde das Präsens. Damit ist die Zeitform im Ergebnisteil der Bachelorarbeit im Kern geklärt.

Fazit der Bachelorarbeit – Zeitform

Präteritum als gängige Zeitform im Ergebnisteil

Da Ihre Ergebnisse aus einer bereits abgeschlossenen Datenauswertung stammen, spielt das Präteritum eine Hauptrolle. Sie berichten über etwas Erledigtes.

Beispiele:

  • „Die Mehrheit der Befragten bevorzugte das hybride Arbeitsmodell.“
  • „Zwischen den Variablen bestand ein signifikanter Zusammenhang.“
  • „Die Analyse ergab vier übergeordnete Kategorien.“
  • „Die Hypothese konnte nicht bestätigt werden.“

Wann Präsens im Ergebnisteil möglich ist

In einigen Situationen passt die Gegenwart besser. Das Präsens dürfen Sie verwenden:

  • beim Verweis auf eine Tabelle oder Abbildung, die vorliegt;
  • wenn Sie einen zentralen Befund als geltende Aussage formulieren;
  • bei der Beschreibung des Aufbaus dieses Abschnitts;
  • wenn der Schreibstil Ihres Lehrstuhls es verlangt.

Beispiele:

  • „Tabelle 4 zeigt die Verteilung der Antworten.“
  • „Die Ergebnisse bestätigen einen positiven Zusammenhang.“

Ein wahlloses Mischen der Formen führt dagegen in die Irre. Diese Variante ist ungünstig:

„Die Befragten nannten drei Gründe. Tabelle 4 zeigte deren Verteilung. Die Analyse hat außerdem ergeben …“

Besser folgt der Absatz einem logischen System, mit Vergangenheit für die Untersuchung und Präsens für die Tabelle und den aktuellen Befund:

„Die Befragten nannten drei Gründe. Tabelle 4 zeigt deren Verteilung. Die Analyse ergab außerdem …“

Ergebnisteil und Diskussion sprachlich unterscheiden

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Bachelorarbeit-Ergebnisteil-Zeitform im Verhältnis zur Diskussion. Beide Kapitel haben unterschiedliche Aufgaben:

  • Der Ergebnisteil berichtet, was festgestellt wurde, und nutzt überwiegend die Vergangenheit.
  • Die Diskussion erklärt, was diese Resultate bedeuten, und greift häufiger zum Präsens für Interpretation und wissenschaftliche Bedeutung.

Ein direkter Vergleich:

  • Ergebnis: „Die Befragten bewerteten flexible Arbeitszeiten positiv.“
  • Diskussion: „Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass zeitliche Autonomie die Arbeitszufriedenheit fördert.“

An der Zeitform erkennt der Leser, ob gerade Fakten gemeldet oder gedeutet werden.

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Zeitform in der Diskussion der Bachelorarbeit

In der Diskussion laufen mehrere Ebenen zusammen: Sie deuten Ihre Befunde, greifen auf die eigene Untersuchung zurück und vergleichen sie mit bestehenden Theorien.

  • Präsens für die Interpretation und die Bedeutung der Ergebnisse;
  • Präteritum oder Perfekt für den Rückgriff auf die eigene Untersuchung;
  • Präsens für den Vergleich mit geltenden Theorien;
  • Vergangenheit für die Vorgehensweise einer früheren Arbeit;
  • Präsens oder Konjunktiv II für Grenzen und mögliche Erklärungen.

Beispiele:

  • „Die Ergebnisse zeigen, dass …“
  • „Die Auswertung ergab einen schwachen Zusammenhang.“
  • „Dieses Ergebnis stimmt mit der Theorie von Müller überein.“
  • „Eine größere Stichprobe könnte zu differenzierteren Ergebnissen führen.“

Der Wechsel der Form findet statt, wenn vom Bericht eines Resultats zu seiner Deutung übergegangen wird. „Die Auswertung ergab einen schwachen Zusammenhang“ blickt auf Ihre Daten zurück, während „Dieses Ergebnis stimmt mit der Theorie von Müller überein“ in der Gegenwart steht, da der Theorievergleich jetzt gilt.

Fazit der Bachelorarbeit – Zeitform

Für die Fazit-Bachelorarbeit-Zeitform gilt vor allem das Präsens, denn im Fazit ziehen Sie aktuelle Schlussfolgerungen und beantworten die Forschungsfrage. Weil das Fazit zugleich Ihre Arbeit zusammenfasst, blicken Sie auf die Untersuchung zurück. Dafür sind Präteritum und Perfekt geeignet.

Fazit der Bachelorarbeit – Zeitform

Präsens für Schlussfolgerungen und die Forschungsfrage

Alles, was jetzt und dauerhaft gilt, steht in der Gegenwart. Das Präsens passt für:

  • die zentrale Antwort auf die Forschungsfrage;
  • die abschließenden Schlussfolgerungen;
  • den wissenschaftlichen Beitrag der Arbeit;
  • die praktische Bedeutung der Ergebnisse;
  • die Formulierung fortbestehender Grenzen.

Beispiele:

  • „Die Ergebnisse zeigen, dass …“
  • „Die Forschungsfrage beantwortet die Arbeit dahingehend, dass …“
  • „Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Untersuchung von …“

Perfekt und Präteritum für den Rückblick

Bei der Erinnerung an das eigene Vorgehen greifen die Vergangenheitsformen:

  • welche Methode angewendet wurde;
  • welche Daten erhoben wurden;
  • welche Schritte durchgeführt wurden;
  • welches konkrete Ergebnis erzielt wurde.

Beispiele:

  • „Für die Untersuchung wurden qualitative Interviews geführt und anschließend kodiert.“
  • „Die Analyse hat drei zentrale Faktoren identifiziert.“

Das gesamte Fazit steht jedoch nicht automatisch im Perfekt. Ein Rückblick verlangt die Vergangenheit, ein zusammenfassender Schluss das Präsens.

Futur I und Ausblick im Fazit

Für einen begründeten Ausblick ist das Futur I möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Oftmals wirken Präsens, Konjunktiv II oder Modalverben natürlicher. Beachten Sie zwei Punkte: Geben Sie eine Vermutung niemals als bewiesenes Ergebnis aus und knüpfen Sie künftige Forschung stets an die zuvor benannten Grenzen.

Beispiele:

  • „Zukünftige Studien sollten größere Stichproben berücksichtigen.“
  • „Weitere Untersuchungen könnten den Einfluss kultureller Unterschiede prüfen.“
  • „Die Verbreitung hybrider Arbeitsmodelle dürfte weiter zunehmen.“

Zeitform bei Zitaten und Quellenangaben

Die Art der Zeitform, die Sie verwenden, hängt davon ab, ob es sich um ein direktes Zitat oder eine Paraphrase handelt.

Direkte Zitate bleiben unverändert

Zitate bleiben in der Zeitform des Originals. Den Wortlaut der Quelle übernehmen Sie unverändert, auch wenn die Zeit nicht zu Ihrem Fließtext passt. Ebenso bleiben eine alte Schreibweise oder eine ungewöhnliche Grammatik erhalten; bei Bedarf kennzeichnen Sie das mit einem Hinweis oder dem Zusatz [sic]. Ihr eigener einleitender Satz darf dagegen in einer anderen Zeit stehen als das Zitat.

Ein Beispiel verdeutlicht das:

Müller stellte fest: „Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang.“

Das einleitende „stellte fest“ steht im Präteritum, weil Müllers Aussage in der Vergangenheit fiel. Das Zitat selbst bleibt im Präsens, so wie Müller es formuliert hat.

Zeitform bei Paraphrasen und indirekter Wiedergabe

Bei der Paraphrase haben Sie mehr Spielraum, da Sie den Inhalt mit eigenen Worten wiedergeben. Die Zeitform richtet sich hier wieder nach der Funktion. Das Präsens eignet sich für die weiterhin geltende Position eines Autors, das Präteritum für eine abgeschlossene Untersuchung und das Perfekt für ein Resultat mit aktueller Bedeutung. Für eine distanzierte indirekte Rede eignet sich der Konjunktiv.

Sonderfälle bei den Zeitformen der Bachelorarbeit

Neben den üblichen Zeitformen in der Bachelorarbeit gibt es einige Besonderheiten.

Historisches Präsens

Das historische Präsens beschreibt Vergangenes in der Gegenwartsform, um es lebendiger zu machen. Vor allem in Geschichte, Literaturwissenschaft und Werkanalyse kommt es häufig vor. Zwei Bedingungen zählen dabei: einheitlicher Einsatz und kein wahlloses Springen zwischen historischem Präsens und Präteritum. Ob Sie es überhaupt verwenden dürfen, richtet sich nach den Vorgaben Ihres Fachbereichs. Der Leitfaden Neuere Geschichte der Universität zu Köln etwa rät vom historischen Präsens ausdrücklich ab und verlangt für vergangene Vorgänge das Präteritum.

Zeitform bei Abbildungen und Tabellen

Verweise auf Elemente, die gerade vorliegen, stehen in der Gegenwart, weil das Objekt jetzt sichtbar ist:

  • „Abbildung 3 zeigt …“
  • „Tabelle 2 enthält …“
  • „Das Diagramm verdeutlicht …“

Die Handlungen, mit denen Sie die Daten gewonnen haben, verlangen dagegen die Vergangenheit:

  • „Die Werte wurden anhand der Befragung ermittelt.“

Als Merksatz: Was man sieht, steht im Präsens; wie es entstand, steht im Präteritum.

Zeitform im Exposé und in der fertigen Bachelorarbeit

Ein oft übersehener Unterschied betrifft das Exposé. Dort ist Ihre Untersuchung noch Planung, in der fertigen Arbeit ist sie erledigt, und das verändert die Zeit:

  • Im Exposé steht die Untersuchung noch bevor, weshalb Präsens, Futur oder planende Konstruktionen üblich sind.
  • In der fertigen Bachelorarbeit liegen die durchgeführten Handlungen in der Vergangenheit.
  • Alten Text aus dem Exposé übernehmen Sie nicht ungeprüft in die Methodik.

Der Vergleich zeigt den Unterschied:

  • Exposé: „Im Rahmen der Untersuchung werden zwölf Interviews durchgeführt.“
  • Bachelorarbeit: „Im Rahmen der Untersuchung wurden zwölf Interviews durchgeführt.“

Ein einziges Wort, „werden“ statt „wurden“, entscheidet über die Zeitebene.

Häufige Fehler bei den Zeitformen der Bachelorarbeit

Die meisten Probleme mit den Bachelorarbeit-Zeitformen wiederholen sich und lassen sich vorab abfangen.

  • Die ganze Arbeit steht nur im Präsens, wodurch abgeschlossene Handlungen falsch wirken.

  • Der komplette Methodikteil steht automatisch im Präteritum, auch dort, wo eine Definition Präsens verlangt.

  • Allgemein anerkannte Theorien landen ohne Grund in der Vergangenheit und verlieren ihre Gültigkeit.

  • Präteritum und Perfekt wechseln zufällig innerhalb eines Absatzes.

  • Präsens und Vergangenheit mischen sich, ohne dass sich die Bedeutungsebene ändert.

  • Futur I wird für die bloße Kapitelbeschreibung überstrapaziert.

  • Die Zeitform eines direkten Zitats wird verändert.

  • Das Fazit ist vollständig in der Vergangenheit geschrieben.

  • Alte Formulierungen aus dem Exposé werden unverändert übernommen.

Logischer und unlogischer Zeitformwechsel in wissenschaftlichen Arbeiten

Nicht jede Veränderung ist eine Fehlentscheidung. Ob er berechtigt ist, hängt davon ab, ob sich gleichzeitig Zeit, Funktion oder Bedeutungsebene verschieben.

Beispiel Richtig oder falsch Erklärung
„Für die Studie wurden zwölf Interviews durchgeführt. Das leitfadengestützte Interview ist eine qualitative Methode." richtig Präteritum für die erledigte Durchführung, Präsens für die geltende Methodendefinition.
„Die Befragten nannten drei Gründe. Dieses Ergebnis zeigt, dass Autonomie wichtig ist." richtig Präteritum für das berichtete Resultat, Präsens für die aktuelle Interpretation.
„Die Analyse ergab drei Kategorien. Die Auswertung hat außerdem gezeigt, dass …" falsch Grundloses Springen zwischen Präteritum und Perfekt ohne Bedeutungswechsel.
„Müller schrieb: ‚Die Ergebnisse zeigten einen Zusammenhang.'" (Original: „zeigen") falsch Die Zeitform innerhalb des direkten Zitats wurde verändert.

Ein Zeitwechsel wird zum Problem, wenn er keine Verschiebung von Zeit, Funktion oder Sinnebene abbildet. Im Zweifel prüfen Sie, ob sich beim Übergang tatsächlich etwas an der Aussage ändert; falls ja, ist der Wechsel meist berechtigt.

Hochschulvorgaben zur richtigen Zeitform prüfen

Dieser Artikel beschreibt die allgemeine Praxis, doch die richtige Zeitform hängt am Ende auch von den Regeln Ihres Fachbereichs ab, und die können abweichen.

Prüfen Sie deshalb diese Quellen:

  • den Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten;
  • die Prüfungsordnung;
  • die Vorgaben des Fachbereichs;
  • veröffentlichte Musterarbeiten;
  • die Hinweise Ihres Betreuers;
  • die Anforderungen des jeweiligen Zitierstils und der Fachsprache.

Die Regeln Ihres Fachbereichs haben Vorrang vor jeder allgemeinen Empfehlung aus dem Internet, auch vor diesem Artikel. Besonders deutlich werden die Unterschiede in der Methodik sowie in Fächern wie Literaturwissenschaft und Geschichtswissenschaft, vor allem beim historischen Präsens. Was in der Psychologie als korrekt gilt, kann in der Geschichte anders gehandhabt werden.

Vor der Abgabe hilft eine kurze Endkontrolle anhand dieser Punkte:

  • Stehen Definitionen und allgemeingültige Aussagen im Präsens?

  • Werden abgeschlossene Arbeitsschritte im Präteritum oder Perfekt beschrieben?

  • Ist im Methodikteil zwischen Methodendefinition und Durchführung unterschieden?

  • Werden eigene Ergebnisse überwiegend in einer passenden Vergangenheitsform dargestellt?

  • Stehen Tabellen- und Abbildungsverweise im Präsens?

  • Werden Schlussfolgerungen im Fazit im Präsens formuliert?

  • Wird Futur I nur für echte Ausblicke oder Prognosen verwendet?

  • Bleiben direkte Zitate unverändert?

  • Ist jeder Zeitformwechsel logisch begründet?

  • Werden Präteritum und Perfekt nicht zufällig gemischt?

  • Entspricht die Schreibweise den Hochschulvorgaben?

Wenn Ihr Text konsistent und prüfbar ist, stolpert der Prüfer über keine Ungenauigkeiten.

Häufige Fragen zur Zeitform der Bachelorarbeit

Überwiegend wird das Präsens verwendet. Das Präteritum und das Perfekt werden für abgeschlossene Untersuchungen, Methoden und Ergebnisse verwendet. Entscheidend ist die Funktion des einzelnen Satzes, nicht die des gesamten Kapitels.
In der Einleitung wird das Präsens verwendet, da das Thema, das Ziel und die Forschungsfrage aktuell formuliert werden. Für die Vorgeschichte, historische Veränderungen und abgeschlossene Studien verwenden Sie die Vergangenheitsformen.
Für durchgeführte Handlungen das Präteritum, für die Definition der Methode, das Design und allgemeine Prinzipien das Präsens.
Normalerweise werden für die erzielten Ergebnisse das Präteritum oder das Perfekt verwendet. Für Tabellen, Abbildungen und aktuell formulierte Befunde ist dagegen das Präsens zulässig.
Überwiegend wird das Präsens verwendet, da hier die aktuellen Schlussfolgerungen und die Antwort auf die Forschungsfrage stehen. Das Perfekt oder Präteritum nutzen Sie für den Rückblick auf die durchgeführte Untersuchung.
Ja, wenn sich die Funktion der Aussage ändert, etwa vom Bericht einer erledigten Handlung zu einem geltenden wissenschaftlichen Befund. Zufällige und unbegründete Übergänge sollten Sie dagegen vermeiden.
Das Perfekt betont die aktuelle Bedeutung eines abgeschlossenen Resultats. Das Präteritum wirkt bei einer durchgehenden, sachlichen Schilderung der Untersuchung meist neutraler und formeller.
Das Futur I ist möglich, aber nicht zwingend. Häufig eignen sich Präsens, Konjunktiv II oder Konstruktionen mit „sollte“ und „könnte“ besser für einen seriösen Ausblick.
Ja. Ein direktes Zitat geben Sie in der Form des Originals wieder und passen es nicht an die Zeit Ihres Fließtextes an.
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Sabine Ziegler

Leiterin der Autorinnen

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Bachelorarbeit Zeitform – welche Zeitform gehört in welches Kapitel?

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